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Universitätsbibliothek » SSG Afrika südlich der Sahara » Bildsammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft

Afrika südlich der Sahara

Sondersammelgebiet 6.31 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

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Bildsammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft

BananenDie größte geschlossene und historisch wichtigste Sammlung der Afrika-Abteilung ist die Kolonialbibliothek. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Vereine, die sich um die Betreuung deutscher Auswanderer sowie die Verbreitung kolonialer Ideen bemühten. Die Kolonialbibliothek besteht aus den Bibliotheken mehrerer Kolonialverbände. Der wichtigste war die 1887 gebildete "Deutsche Kolonialgesellschaft". Für ihre Propagandatätigkeit sammelten ihre Mitglieder aber nicht nur Bücher (ca. 15.000) und Zeitschriften, sondern auch über 50.000 Photographien, mit denen ihre Werbevorträge in Deutschland illustriert wurden.

Schon in den 1880er Jahren wurden Redevorträge gelegentlich durch private Glasplatten-Diapositive der Gastredner anschaulich unterlegt. Dies veranlasste die Gesellschaft 1891, mit zunächst rund 100 großformatigen Schwarzweiß-Diapositiven den Grundstock zu einer eigenen Bildsammlung zu legen. Nachlässe von Mitgliedern und Freunden der Gesellschaft sowie die Überlassung von Originalen oder Duplikaten aus heute größtenteils untergegangenen amtlichen, kommerziellen und privaten Sammlungen vergrößerten rasch den Bildbestand. Um 1900 waren es schon mehr als 1.000 Glasplatten.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden gezielt bereits vorhandene Sammlungen für die DKG reproduziert und in ihren Bestand übernommen. Im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltung wurde die DKG 1936 mit ihren Sammlungen, Organen und Mitgliedern in den Reichskolonialbund integriert. Dieser wurde dann 1943 wegen seiner kriegswirtschaftlichen Nutzlosigkeit aufgelöst.

Originalmaterial BildsammlungDie Bestände des Bildarchivs der Deutschen Kolonialgesellschaft wurden in Kooperation mit dem Geographie-Professor Uwe Ulrich Jäschke von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und mit Hilfe von Drittmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Langfristsicherung mikroverfilmt und für eine komfortable Benutzung digitalisiert und sachlich erschlossen. Weitere Unterstützung z.B. bei der Erfassung der vorhandenen Angaben in einer Datenbank und bei der Beschaffung einer ausreichend großen Rechneranlage erhielten wir von der Marga- und Kurt-Möllgaard-Stiftung sowie der Adolf-Messer-Stiftung. Das Bildarchiv steht der Forschung im Internet frei zur Verfügung:

» http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de

KolonialarchivDie Kolonialzeit wird in ihrer ganzen regionalen und inhaltlichen Breite sichtbar. Das macht diese Sammlung so einzigartig. Bilder zur Landschaft und Vegetation, zu Landwirtschaft, Jagd und Tieren, zu Dörfern und Städten, zu Schule und Mission sowie zu Handel und Verkehr fehlen ebenso wenig wie Darstellungen von Menschen und Kulturen. Desinfektionsbäder bei der Viehwirtschaft, Straßenansichten oder Kaffeepflanzerinnen bei der Arbeit scheinen zwar eher dokumentarischen Charakter zu haben. Bilder von der Jagd spiegeln schon eher die Schaulust und Faszination am Fremden. Es geht dabei immer auch um Aneignung, um Beherrschung und um Selbstversicherung der als überlegen behaupteten eigenen Kultur. Das Material der Deutschen Kolonialgesellschaft sollte ein möglichst positives Bild von den Kolonien und der Kolonialherrschaft zeichnen, die brutale Seite der Kolonialherrschaft wird daher kaum gezeigt. Trotz alledem bietet die Bildsammlung unschätzbares visuelles Quellenmaterial zu historischen Ereignissen, zu den Bildern in den Köpfen der Zeitgenossen und zur Situation in den dargestellten Regionen.

Englischsprachige Suchmaske und Thesaurus ermöglichen Forschern weltweit die Recherche in der Bildsammlung. Der Thesaurus wurde durch ein GNARP-Projekt realisiert.

Inzwischen wurden zusätzlich rund 15.000 Bildeinheiten aus der Sam Cohen Library in Swakopmund/Namibia in die Datenbank aufgenommen, die zurzeit sachlich erschlossen werden.

Literatur über das Bildarchiv:

  • Uwe Ulrich Jäschke (Hrsg.): 15 Jahre »Koloniales Bildarchiv« an der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main. - Dresden, 2004 (Dresdner Kartographische Schriften)
  • Uwe Ulrich Jäschke: Kulturgutsicherung oder wie der Bildbestand der Sam Cohen Bibliothek in Swakopmund verfilmt wird, in: Namibia Magazin 13 (2002), H. 2, S.26.

Literatur im Umkreis des Bildarchivs

  • Schmidt, Wilhelm R.: Deutsch-Südwest-Afrika : Fotos aus der Kolonialzeit 1884 - 1918. - Frankfurt: StUB Frankfurt 2001. - ISBN 3-89702-346-6. Als pdf-Dokument verfügbar [125 MByte]
  • Schmidt, Wilhelm R.: Als Telegrafenbauer in Deutsch-Südwest. - Erfurt : Sutton, 2006. - ISBN 3-89702-992-8. Die Fotografien zeigen das Alltagsleben eines Telegrafenbauers, der in der Zeit von 1905 bis 1913 seinen Postdienst in der Kolonie Deutsch-Südwest versehen hatte.

Abbildung Umschlagseite Abbildung Umschlagseite

Weitere historische Literatur online

Einzelne Werke der Kolonialbibliothek (Signaturen S 17, Sq 17, Sf 17) wurden im Zuge der Bereitstellung für die Fernleihe digitalisiert und stehen als Sammlung frei im Netz zur Verfügung.

» Edocs » Kolonialbibliothek

Deutsches Kolonial-Lexikon / hrsg. von Heinrich Schnee. - Leipzig : Quelle & Meyer 1920. - 3 Bde. Das Lexikon ist samt aller Abbildungen und Karten digitalisiert worden. Diese unschätzbare zeitgenössische Quelle - 1914 bzw. 1920 von dem Gouverneur Deutsch-Ostafrikas, Heinrich Schnee, herausgegeben - ist im Volltext durchsuchbar und die Stichworte sind über eine automatische Hypertextverlinkung verlinkt. Die Digitalveröffentlichung wurde konzeptionell und technisch durch Prof. Dr. Uwe U. Jäschke, Dresden, erarbeitet.

» Website des Bildarchivs » Deutsches Kolonial-Lexikon 1920

Bei allen Fragen zu dem Bildarchiv und den digitalen Beständen wenden Sie sich bitte an

Dr. Hartmut Bergenthum
Tel. +49-(0)69-798-39246
h.bergenthum@ub.uni-frankfurt.de.

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zuletzt geändert am 20. Dezember 2013

Kontakt

Dr. Hartmut Bergenthum
Tel: 069/ 798-39246
h.bergenthum@ub.uni-frankfurt.de

Christina Sokol
Lesesaal Afrika
Tel: 069/ 798-39247
c.sokol@ub.uni-frankfurt.de

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Mo., Do. 10.00 - 19.00 Uhr
Di., Mi., Fr. 10.00 - 16.30 Uhr
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