Afrikanische Poesie

... Die Linien unserer Hände - nicht weiß - nicht schwarz - nicht gelb -  
  Die Linien unserer Hände binden den Strauß unserer Träume  
    (Bernard Binlin Dadié, Elfenbeinküste)

Schwarzer Orpheus / Poesie aus Afrika
Zur afrikanischen Poesie gehören die traditionelle, mündliche Form der Griots und Preislieder bis hin zur schriftlichen Dichtkunst der vielen zeitgenössischen Poeten.

Im frankophonen Afrika spielten die Dichter der Négritude eine wichtige Rolle, genannt seien Léopold Sédar Senghor, Aimé Césaire...

Viele Dichter sehen und benutzen ihre Kunst als Mittel gegen Missstände. Sie sprechen oft vom Gefängnis, in das nicht wenige eingesperrt waren, darunter der nigerianische Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka.

Lyrik ist auch ein Vehikel des afrikanischen Selbstbewusstseins, der Entwicklung, der Humanität. Erwähnt sei Christopher Okigbo, der in seinen Gedichten die indigene Kultur Afrikas verteidigt.

Der Südafrikaner Lesego Rampolokeng, der auch Rap schreibt und performt, bezeichnete sein Werk als lebensnotwendige politische Atemzüge.

Das erste lange ostafrikanische Gedicht in Englisch «Song of Lawino» schrieb der gebürtige Ugander Okot p'Bitek. In ihm stellt er eine Debatte zwischen den Wertesystemen Afrikas und dem Westen dar, symbolisiert durch Lawino und ihren Ehemann Ocol.

Den lusophonen Dichter Francisco José Tenreiro aus São Tomé, beschäftigten vor allem Rassismus, Négritude, Diaspora.

Oft schöpfen die Poeten aus dem gemeinsamen Erbe, den afrikanischen Mythen, der Natur. Kofi Awoonor aus Ghana zeigt in einigen Gedichten seine tiefe Verbundenheit mit Akpalu, einem berühmten oral poet der Ewe. Damit soll sich der Kreis schließen.

Aus Platzgründen konnten wir hier nur beispielhaft auf einige Namen, Regionen, Themen und Formen aufmerksam machen.

Last but not least sei aber noch auf die Forschungen von Leo Frobenius und die Übersetzungen und Anthologien von Janheinz Jahn hingewiesen; beide machten die afrikanische Lyrik in Deutschland zuerst bekannt.

Neuere Primär- und Sekundärliteratur zu allen Facetten afrikanischer Dichtung finden Sie in Frankfurt online unter folgenden Klassifikationen, Schlagworten und Suchbegriffen:
[KLS] 300 Me*
[KLS] 300 M 0032 e*

in ilissAfrica z.B. mit den Schlagworten:
poe*, lyr*

Ältere Titel sind leider größtenteils sachlich noch nicht online erfasst, man kann sie nur konventionell über den Zettelkatalog in den Räumen der Afrika-Abteilung finden.
Viel Freude beim Entdecken und Lesen wünscht Ihnen Ihre Afrika-Abteilung,
August 2011