Walvis Bay - 20. Jahrestag der Übergabe an Namibia

Seit 1. März 1994 gehört Walvis Bay (deutsch: Walfischbucht, Afrikaans: Walvisbaai) nach mehr als hundertjähriger Fremdherrschaft zu Namibia. Bereits Ende des 15. Jahrhunderts erkundeten portugiesische Seefahrer Afrikas Westküste und erreichten auch die Walfischbucht. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts interessierten sich europäische und nordamerikanische Fischer verstärkt für die Gewässer mit reichem Fisch- und besonders Walfischvorkommen. 1878 nahm die britische Krone die Bucht mit umliegendem Land in Besitz. 1884 wurde das Umland der Bucht Schutzgebiet des Deutschen Reiches, die Walvis Bay blieb britische Enklave. 1910 wurde die Region Teil der neugegründeten Südafrikanischen Union, 1977 unterstellte Südafrika das Gebiet direkt der Kapprovinz. Als Namibia 1990 unabhängig wurde, behielt Südafrika die Walfischbucht sowie einige vorgelagerte Inseln - unter Missachtung eines UNO-Beschlusses. Erst am 1. März 1994 wurde die Walfischbucht samt zwölf vorgelagerter Inseln (Pinguin-Inseln) an Namibia übergeben, wie es im «Transfer of Walvis Bay to Namibia act» festgelegt wurde.




Im Deutschen Koloniallexikon von 1920 steht unter «Walfischbai»: «... Der Schiffsverkehr ist seit dem Aufkommen von Swakopmund vollständig zurückgegangen und die Bedeutung der Bucht damit ebenfalls für alle Zeiten dahin. ...». So kann man sich irren! Heute ist Walvis Bay der bedeutendste See- und einzige Tiefseehafen Namibias. Die Botschaft von Namibia in Deutschland schreibt auf ihrer Internet-Seite:


Neben der Fischindustrie - nicht mehr Wale sondern Sardinen, Makrelen und Seehechte sind der Hauptfang - ist auch die Salzgewinnung von Bedeutung. Zur Rolle als Warenumschlagplatz ist in der «Encycledia of Africa (2010)» zu lesen: «As Namibia's largest commercial port, Walvis Bay handles about 2,5 million tons of cargo annually». Weitere Zahlen zu Wirtschaft und öffentlichem Leben Namibias finden Sie in der elektronischen Ausgabe des «Country report / Namibia» sowie in «Munzinger online / Länder aktuell / Namibia - Wirtschaft».

Karte

In den Beständen unserer Bibliothek finden Sie Literatur aus und über Walvis Bay, darüber hinaus weitere Quellen in ilissAfrica, darunter zahlreiche Bilddokumente aus dem Kolonialen Bildarchiv.

Wer sich der Walfischbucht eher aus touristischem Interesse nähern möchte, kann neben den Reiseführern zu Namibia einen Blick auf die Website zur Walvis Bay von «Namibia-info.net» werfen und sich mit Eindrücken von gigantischen Sanddünen und Flamingos im flachen Ufersaum in Urlaubsstimmung bringen lassen.


Viel Spaß dabei wünscht Ihnen Ihre Afrika-Abteilung, Februar 2014