Sambia - 50 Jahre jung

Vor 50 Jahren, am 24. Oktober 1964, wurde die Republik Sambia unabhängig. Unter britischer Kolonialherrschaft hieß das Land Nordrhodesien (seit 1911, benannt nach Cecil Rhodes), von 1953 - 63 war es Teil der Zentralafrikanischen Föderation zusammen mit Südrhodesien (später Simbabwe) und Njassaland (später Malawi).

Bereits zu Kolonialzeiten wurden Sambias hohe Kupfervorkommen ausgebeutet, heute ist der Binnenstaat im Süden Afrikas achtgrößter Kupferproduzent der Welt, 6 % der Weltkupferreserven liegen dort (Quelle: Africa South of the Sahara, Vol. 44.2015). Allerdings trägt dieser Reichtum an Mineralerzen (neben Kupfer auch Kobalt in größerer Menge) auch heutzutage kaum dazu bei, die Lebenssituation breiter Bevölkerungsschichten zu verbessern. Die Mehrheit der sambischen Bevölkerung lebt heute noch von der Landwirtschaft, überwiegend als Subsistenzbauern.

Der Name Sambia (auch: Zambia) leitet sich ab vom Sambesi, Afrikas viertlängstem Fluss. Aus seinem Wasser entstehen im Grenzgebiet zwischen Sambia und Simbabwe die Victoriafälle, von David Livingstone im 19. Jh. nach Königin Victoria benannt. Bei den Einheimischen hießen die Wasserfälle «Shongwe» (Name der Leya für «Regenbogen») oder «Mosi-Oa Tunya» (Kololo-Name für «donnernder Rauch»).

Im weiteren Verlauf wird der Sambesi gestaut zum Karibastausee, dem weltweit fünftgrößten Stausee. Als die Staumauer Ende der 50er Jahre gebaut wurde, war es das größte Staudammprojekt der Welt.

Nachdem Sambias Präsident Michael Sata am 28. Oktober 2014 starb, übernahm der weiße Vizepräsident Guy Scott das Amt kommissarisch, womit Sambia den ersten weißen Präsidenten eines afrikanischen Staates nach F. W. de Klerk aus Südafrika stellt, zumindest für die 90-tägige Übergangszeit bis zu Neuwahlen.
(Quelle https://hds.hebis.de/ubffm/EBSCO/Record?id=99184332|buh)

In den Beständen der UB Frankfurt finden Sie eine große Vielfalt an Literatur

Weitere Aufsätze zum Thema Sambia sowie Literatur aus anderen Bibliotheken und Datenbanken finden Sie in ilissAfrica, etwa auch zum Engagement Chinas in Zambia.

Am Ende soll ein sambesisches Sprichwort stehen, welches für die hektische Welt der Industrieländer genauso passend erscheint wie angesichts des Weges, den Sambia noch vor sich hat: «Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.»

Ihre Afrika-Abteilung
Dezember 2014