Das Gedächtnis Frankfurts

575 Jahre Institut für Stadtgeschichte

«Ein Gemeinwesen verliert seine Identifikation, wenn es nichts mehr über seine Geschichte weiß.» (Max Weber)

Das Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, bis 1992 «Stadtarchiv» genannt, ist eines der bedeutendsten deutschen Kommunalarchive und blickt 2011 auf eine belegbare Historie von 575 Jahren zurück. Es sammelt, erschließt und vermittelt Schrift- und Bildquellen sowie AV-Medien zur Frankfurter Stadtgeschichte. Seine Bestände reichen vom 9. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Das Institut widmet sich der Aufgabe, das historische Erbe der Stadt Frankfurt am Main zu bewahren und zugänglich zu machen. Es übernimmt die in der städtischen Verwaltung anfallenden Akten und sammelt darüber hinaus alle für die Geschichte der Stadt wichtigen Dokumentationsmaterialien wie Nachlässe und Sammlungen von Vereinen oder Firmen. Trotz großer Verluste im Zweiten Weltkrieg übertreffen seine Bestände an Umfang und Gewicht noch immer die der meisten vergleichbaren Kommunalarchive.

Das Institut versteht sich als ein Zentrum lebendiger Geschichtsaneignung und bemüht sich ganz gezielt, den Prozess einer geschichtlich orientierten Identitätsbildung durch aktive Vermittlung zu fördern. Zu diesem Zweck veranstaltet es regelmäßig Ausstellungen, Vorträge, Lesungen oder moderierte Zeitzeugengespräche - und dies vielfach in eingeführten Reihen wie etwa dem «Erzählcafé» oder «Frankfurt-er-lesen». Da es im Karmeliterkloster residiert, der einzigen mittelalterlichen Klosteranlage Frankfurts, die den Krieg überstanden hat und die kürzlich grundlegend saniert wurde, gehört auch eine didaktisch fundierte Präsentation des Karmeliterklosters und seiner Geschichte zu den Aufgaben des Instituts. Jährlich kommen rund 100.000 Besucher zu den Veranstaltungen bzw. nutzen unsere Bestände.

Das Institut für Stadtgeschichte liegt im Zentrum der Stadt und verfügt über einen modernen Lesesaal, stimmungsvolle Veranstaltungsräume, die auch vermietet werden, und zeitgemäße Arbeitsplätze. Das moderne, 2006 fertig gestellte Magazin in der Borsigallee bietet optimale Bedingungen für die Aufbewahrung des Gedächtnisses der Stadt Frankfurt. Dort sind auch die Restaurierungswerkstätten untergebracht, die eine fachgerechte Erhaltung der Archivalien gewährleisten.

Längst ist das Institut für Stadtgeschichte auch im Internet zu finden. Bequem können die Nutzer unter www.stadtgeschichte-frankfurt.de über die Archivdatenbank von zu Hause aus ihre Archivalien in den Lesesaal bestellen oder sich über das Veranstaltungsprogramm informieren.

Ob Gruppen oder Einzelpersonen, Wissenschaftler, Studenten, Journalisten, Lehrer oder Schüler - historisch Interessierte finden im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main jederzeit kompetente Ansprechpartner.