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Universitätsbibliothek » MedHB » MedHB im neuen Gewand, Medizinische Hauptbibliothek

Die MedHB in neuem Gewand

Große Sorgen bereitet die Raumkapazität...... dieses Zitat aus dem Jahresbericht der Stadt- und Universitätsbibliothek von 1984 bezog sich auf die Medizinische Hauptbibliothek und zieht sich dann wie ein roter Faden durch die Berichte der folgenden Jahre. Ansicht MedhbUm überhaupt funktionstüchtig zu bleiben, mußte von Mitte der 80er Jahre bis 1997 Literatur ausgelagert, neu gerückt, wieder ausgelagert und wieder neu gerückt werden.Die Zuwachsfläche war gleich null, es gab keine ruhige Lese- und Arbeitszone, keine Gruppenarbeitsräume, ungenügende Kopiermöglichkeiten. In den Räumen, die der Bibliothek seit 1974 zur Verfügung standen, konnte das auch nicht geschaffen werden. Die Bibliothekskommission des Klinikums stellte sich hinter uns und gemeinsam wurden Vorschläge und Entwürfe erarbeitet, die wiederum dem Kliniksvorstand vorgelegt werden mußten.

Als Ideen kursierten der Ausbau des Dachgeschosses, der Kellerausbau, ein gläserner Lesesaal im Garten, Auslagerung des kirchlichen Krankenhausdienstes, Verlagerung der Didaktik, Ausbau Flügel West, Ausbau Flügel Ost...Vieles wurde erwogen, besichtigt, wieder fallen gelassen. Recht früh bereits wurden auch Pläne für einen Umzug des Instituts für Geschichte der Medizin angedacht, aber alle diese Ideen scheiterten an finanziellen Mitteln und einer im Klinikum existierenen Priorätenliste der Bauvorhaben.

Innenansicht 1996 übernahm der Dekan des FB 19, Herr Professor von Jagow, kraft seines Amtes den Vorsitz der Bibliothekskommission. Die Belange der Studenten lagen ihm besonders am Herzen und die Erweiterungspläne der Bibliothek, deren Lehrbuchsammlung den Studierenden als grundlegendes Arbeitsinstrument dient, begannen konkrete Formen anzunehmen. Um die Dringlichkeit der Sache zu unterstreichen, nahm ab jetzt auch Bibliotheksdirektor Dugall regelmäßig an den Sitzungen der Bibliothekskommission teil.

Es fanden sich tatsächlich neue, sehr schöne Räume für das Institut für Geschichte der Medizin, ca. 200 m weiter in der Paul-Ehrlich-Straße. Mit deren Bibliotheksbeständen hatten wir uns zwar immer optimal ergänzt, aber es führte kein Weg zur Erweiterung der MedHB am Auszug der "Geschichte" vorbei. Dadurch konnte zusätzlicher Raum von ca. 500 qm in die Umbaupläne einbezogen werden.

Innenansicht Unsere Wünsche waren klar:

  • von Beginn an stand fest, daß die Bibliothek den zentralen Standort im Haus 10 nicht verlassen sollte,
  • Haupteingang sollte die mittlere Tür des Hauses werden,
  • die ehemalige Kapelle mit den wunderbaren alten Jugenstilfenstern bot sich geradezu als Lesesaal an, von dort sollte
  • die Empore mit zusätzlichen Arbeitsplätzen mittels einer Wendeltreppe zugänglich gemacht werden,
  • mindestens 2 Gruppenarbeiträume wurden gebraucht,
  • übersichtliche Aufstellung der aktuellen und gebundenen Zeitschriften,
  • Bereitstellung einer genügenden Anzahl OPACs sowie ein
  • Internetarbeitsraum.

Heute alles Selbstverständlichkeiten in einer modernen Bibliothek.

Die Finanzen waren durch die Verwaltungsdirektorin Frau Gürkan gesichert und im Winter 1997/98 legte das Architektenbüro Borchers, Metzner, Kramar aus Darmstadt ein erstes Konzept vor. Nach verschiedenen Korrekturen seitens der Bibliothekskommission konnte im März 1998 der Umbau beginnen.

Während der Bauarbeiten galt es immer wieder, freundlich aber hartnäckig, Bibliotheksbelange durchzusetzen. Träumten die Architekten eher von Ästhetik am Bau, lag uns der praktische Nutzen im Alltag mehr am Herzen. Schließlich einigten wir uns (fast) immer. Geduldig (darin waren die Frankfurter Studenten sehr geübt), ließen unsere Benutzer, aber auch die Mitarbeiter, den damit verbundenen Lärm und die Unbequemlichkeiten mehrere Monate über sich ergehen.

Besondere Mühe beim Umbau bereiteten die Kellerräume, die aufgrund eines komplizierten Rohrsystems unerträglich warm und trocken waren. Hier mußten technische Raffinessen her, um die Räume überhaupt nutzbar machen zu können. Am 1. Februar 1999 war der 1. Bauabschnitt fertig. Immer noch sehr beengt, sollte es aber nur noch 8 Monate dauern, bis auch der 2. Bauabschnitt abgeschlossen werden konnte.

Am 29. September 1999 war es soweit:

InnenansichtNach einer alles umfassenden Planungszeit von ca. 15 Jahren und einer Bauzeit von 1 ½ Jahren öffnete sich um 10 Uhr die neue Glastür mit einer extra für dieses Haus entworfenen Buchsicherunganlage. Der erste Eindruck, der Blick durch das Oval Office in den Garten, entlockte vielen Benutzern ein bewunderndes Aaaah, ist das schön geworden.

Vom Erdgeschoß bis zum Keller verfügt die Bibliothek jetzt über ca. 1200qm Nutzfläche. Die Ausleihtheke, gleichzeitig Informationszentrum, befindet sich in der Mitte der Bibliothek, gleich neben dem Eingang. Von der Eingangstür aus wenden sich die Studenten in der Regel nach links, Lesesaal, Lehrbuchsammlung, Internetarbeitsraum, die "höheren" Semester sowie die fertigen Mediziner nach rechts, den Zeitschriften zu.

Die OPACs sind mit jeweils 4 Stück links und rechts an der Fensterfront zur Strassenseite aufgestellt.

5 in der Bibliothek verteilte Kopiergeräte, (4 Copycard-Kopierer und 1 Münzer) machen es den Lesern leichter, die Zeitschriften nur noch präsent nutzen zu dürfen.

An die neue alphabetische Aufstellung der Zeitschriften haben sich Benutzer wie Mitarbeiter bald gewöhnt. Die Aufstellung beginnt im EG mit dem Buchstaben A und wird mit GA im Keller fortgesetzt. Die aktuellen Hefte liegen alle im EG aus.

Verfügbar sind im Moment die Zeitschriften von 1982 bis heute, die älteren Jahrgänge müssen per Leihschein bestellt werden. Jedes Jahr werden erneut alte Jahrgänge aussortiert, sodaß immer die letzten 18 Jahrgänge zur Verfügung stehen werden.

Die Lehrbuchsammlung wurde wie üblich sachlich aufgestellt und neu beschriftet. Die ganze Bibliothek wurde mit neuen Tischen, Stühlen und Regalen ausgestattet. Im Eingangs- und Zeitschriftenbereich wurde Parkettboden verlegt, im Lesesaal und auf der Empore lärmdämmender Teppichboden. Im Lesesaal ist noch besonders der moderne, durch seine Schlichtheit beeindruckende Kronleuchter hervorzuheben. Er ist der große Bruder des Kronleuchters im "Oval Office".

Im Internetarbeitsraum stehen den Benutzern 9 PCs zur Verfügung. Außerdem bietet ein der Bibliothek angegliederter Schulungsraum zusätzlich 9 Workstations, die außerhalb der Schulungszeiten ebenfalls von Jedermann genutzt werden können. Dieser Raum dient außerdem auch als Gruppenarbeitsraum. Der 2. Gruppenarbeitsraum befindet sich auf der Empore.

Viel Glas wurde verwendet, sodaß eine transparente, helle und freundliche Bibliothek entstanden ist. Sie wäre einzigartig, wenn der Garten noch mit einbezogen werden könnte, wie ursprünglich geplant.

Innenansicht

Der Bibliotheksumbau ist eine gelungene Symbiose von alt und neu. Mit der ehemaligen Kapelle, jetzt Lesesaal, und dem "Oval Office" verfügen wir wohl über 2 der schönsten Räume des Klinikums. Das ist natürlich auch der Klinikleitung bekannt und künftig wird sicher die eine oder andere festliche Veranstaltung hier ihren würdigen Rahmen finden.

Die Benutzer haben die neuen Räume sehr gut angenommen, und wir wünschen, daß sie damit auch pfleglich umzugehen verstehen (Essen und trinken zu unterlassen, Mäntel in die Spinde schließen und nicht allzu laut reden wg. der Hellhörigkeit der Räume).

Wir bedanken uns in erster Linie bei Herrn Professor von Jagow für seine Begeisterung und Konsequenz, dieses Projekt durchzuziehen sowie der Verwaltungsdirektorin Frau Gürkan für die Bereitstellung der Gelder.

Wir bedanken uns bei den übrigen Mitgliedern der Bibliothekskommission für ihre Tätigkeit und für die Ausdauer, trotz immer wiederkehrender Rückschläge den Ausbau weiter zu verfolgen.
Team MedHB

Wir bedanken uns bei den Architekten Kaupp und Schupp (1. Bauabschnitt) und Metzner (2. Bauabschnitt) für das gelungene bauliche Konzept zwischen alt und neu.

Wir bedanken uns bei den Herren Pavel und Schmitt vom Klinikum, die als Projektleiter des Klinikums den raschen Fortgang der Arbeiten betrieben und überwacht haben.

Wir bedanken uns bei allen beteiligten Gewerken, die inmitten unseres laufenden Benutzungsbetriebes bohrten und hämmerten und kilometerweise Kabel verlegten.

Wir bedanken uns bei allen Benutzern für Geduld und Verständnis während der Bauarbeiten.

hk/29.12.99
Fotos: Thomas Schrader

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zuletzt geändert am 27. März 2015

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