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Verfilmung und Digitalisierung des Kolonialen Bildarchivs

Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Messer-Stiftung
Möllgaard-Stiftung
Förderumfang: Personal und Sachmittel
Projektlaufzeit: 1991 - 2004

Projektbeschreibung

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Vereine, die sich um die Betreuung deutscher Auswanderer sowie die Verbreitung kolonialer Ideen bemühten. Der wichtigste war die 1887 gebildete "Deutsche Kolonialgesellschaft" (DKG). Für ihre Propagandatätigkeit sammelten ihre Mitglieder Fotografien, mit denen Werbevorträge in Deutschland illustriert wurden.
Schon in den 1880er Jahren wurden Redevorträge gelegentlich durch private Glasplatten-Diapositive der Gastredner anschaulich unterlegt. Dies veranlasste die Gesellschaft 1891, mit zunächst rund 100 großformatigen Schwarzweiß-Diapositiven den Grundstock zu einer eigenen Bildsammlung zu legen. Vortragsmanuskripte und Bilder konnten zusammen bei der DKG für eine Abendveranstaltung ausgeliehen werden. Die Vortragenden bekamen teilweise sogar ein Honorar und ihre Reisekosten erstattet.

Nachlässe von Mitgliedern und Freunden der Gesellschaft sowie die Überlassung von Originalen oder Duplikaten aus heute größtenteils untergegangenen amtlichen, kommerziellen und privaten Sammlungen vergrößerten rasch den Bildbestand. Um 1900 waren es schon mehr als 1.000 Glasplatten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden gezielt bereits vorhandene Sammlungen reproduziert und in ihren Bestand übernommen.
Im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltung wurde die DKG 1936 mit ihren Sammlungen, Organen und Mitgliedern in den Reichskolonialbund integriert. Dieser wurde dann 1943 wegen seiner kriegswirtschaftlichen Nutzlosigkeit aufgelöst. Es sind daher auch Fotos aus der Weimarer und der NS-Zeit vorhanden, die die Aktivitäten der Neokolonialbewegung dokumentieren.

Die 53.000 historischen Bilder des Kolonialen Bildarchivs wurden in Kooperation mit dem Geographie-Professor Uwe Ulrich Jäschke von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden zur Langfristsicherung mikroverfilmt und für eine komfortable Benutzung digitalisiert und sachlich erschlossen.
Das Bildarchiv steht der Forschung im Internet frei zur Verfügung.

Neben der ursprünglichen Bildsammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft und des Reichskolonialbundes wurden einige wenige Privatsammlungen und rund 15.000 Bildeinheiten (5.000 Glasplatten/Diapositive, 10.000 Bilder und Postkarten in Leitz-Ordnern und Fotoalben) aus der nach einem deutsch-jüdischen Geschäftsmann benannten Sam Cohen Bibliothek in Swakopmund/Namibia in das Koloniale Bildarchiv aufgenommen.

http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de

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zuletzt geändert am 27. März 2015

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