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Universitätsbibliothek » Gabriel Riesser: Kämpfer für Freiheit und Gleichheit

VIRTUELLE AUSSTELLUNG

Gabriel Riesser: Kämpfer für Freiheit und Gleichheit

Signatur: Jud. 1992; Online-Ausgabe
Portrait: 18/32329

Gabriel Riesser (1806-1863) trat gegen Vorurteile und für die Menschenrechte ein und engagierte sich für eine freie Gesellschaft gleichberechtigter Bürger unabhängig von Klasse und Religion. Ebenso vehement setzte sich der Jurist, Politiker und Publizist für die Emanzipation der Juden in Deutschland ein, die in jener Zeit in vielen Teilen des Landes rechtlich noch benachteiligt waren.

1831 erscheint Riessers erste politische Schrift mit dem Titel: Ueber die Stellung der Bekenner des mosaischen Glaubens in Deutschland, in der er die bedingungslose Gleichstellung der Juden ohne Zwang zur Taufe und damit ohne Annahme des Christentums fordert. Er stellt klar, dass die Juden kein eigenes Volk, sondern Mitglieder einer Religionsgemeinschaft sind, die sich als Deutsche verstehen. So schreibt er: "Wir sind entweder Deutsche oder wir sind heimatlos."

1832 gründet er die Zeitschrift mit dem ostentativen Titel Der Jude. Periodische Blätter für Religions- und Gewissensfreiheit, in einer Zeit, in der das Wort "Jude" als Schimpfwort gilt.

Das oben gezeigte Porträt wurde von dem Maler Moritz Daniel Oppenheim geschaffen und ist als Frontispiz in dem Almanach Jeschurun (Signatur: 18/ 32329) aus dem Jahre 1841 gedruckt.

Zugleich zählt Gabriel Riesser auch zu den Wegbereitern für die deutsche Einheit. Im Revolutionsjahr 1848 wurde Riesser zunächst in das erste deutsche Parlament, die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulkirche, gewählt und war später ihr Vizepräsident. Er trug wesentlich zur Formulierung und Verabschiedung der Grundrechte des Deutschen Volkes und der Verfassung bei. Nach der Zerschlagung des Parlaments wird Riesser Hamburger Bürger und 1860 der erste jüdische Richter in Deutschland.

2014 wurde im Zuge der Bebauung des Kulturcampus im Frankfurter Stadtteil Bockenheim, wo Riesser einige Jahre gelebt hatte, eine Straße nach ihm benannt.

Der "Gabriel-Riesser-Weg" befindet sich in unmittelbarer Nähe der Universitätsbibliothek, die umfangreich weitere Literatur von und über ihn bereithält.







Literatur

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zuletzt geändert am 17. Januar 2017

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