Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz

Restaurierung von 17 historischen Druckwerken aus der Provenienz «Mainzer Karmelitenkloster» mit Mitteln der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur

Die Mainzer Wissenschaftliche Stadtbibliothek geht zurück auf die Bibliotheca Universitatis Moguntinae, die Bibliothek der 1477 gegründeten Alten Mainzer Universitätsbibliothek, die 1798 durch Napoleon aufgehoben wurde. Durch Verfügung der französischen Regierung wurde die Alte Universitätsbibliothek mit allen in sie inkorporierten Klosterbeständen 1803/05 in den Besitz der Stadt Mainz überführt. Ihrer Verpflichtung zum Erhalt des kulturellen Erbes kommt die Stadtbibliothek durch Formalerschließung der historischen Bestände im Online-Katalog, Digitalisierungsprojekte, Provenienzerschließung und Konzepte zur Bestandserhaltung und Restaurierung nach.

Aus der Bibliothek des 1802 aufgelösten Mainzer Karmelitenklosters im Bestand der Mainzer Stadtbibliothek wurden besonders wertvolle und seltene Einzelstücke, deren Zustand jede weitere Benutzung ausschloss, für ein längerfristiges Restaurierungsprojekt im Rahmen der Förderungsmaßnahmen der «Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur» ausgewählt. In den Jahren 2009 und 2010 konnten bislang 17 Drucke des 16. und 17. Jahrhunderts restauriert werden.

Mehr noch als andere Klosterbestände zeichnen sich Bibliotheken von Bettelorden häufig auf Grund der intensiven Benutzung im Ordensstudium und der vielfach finanziell unaufwändigen Einbände durch besonders schlechten Erhaltungszustand aus. Darüber hinaus hatten Wasser- und Schimmelschäden und unzureichende Aufbewahrung in früheren Jahrhunderten bei den kleinformatigen Bänden mit zumeist flexiblen Pergamenteinbänden zu Deformierung, Substanzverlust, Auflösung der Zellulosestruktur des Schriftträgers und Schäden am Einband geführt. Eine Benutzung der Bestände war nicht mehr möglich! Die Restaurierungen, die von den Restauratorinnen Susanne Buchholz (Kassel) und Vera Gunder/Michaela Koch (Darmstadt/Minden) durchgeführt wurden, werden am Allianztag im Original präsentiert. Ergänzend liegen Restaurierungsprotokolle, Photos, Materialien und Werkzeuge aus.