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Leo Löwenthal: Biographische Angaben

Leo Löwenthal

Im November des Jahres 1900 wird Leo Löwenthal in Frankfurt am Main geboren. Im elterlichen Hause, das sich von der jüdischen Tradition getrennt hatte, erfährt der Heranwachsende seine erste intellektuelle Prägung, mit stark materialistisch- naturwissenschaftlicher Gewichtung.

Das Erlebnis des Ersten Weltkrieges und der Revolution bringt für Leo Löwenthal einen Bruch mit dem bürgerlich aufgeklärten Optimismus des Vaters, der in einem der ärmeren Frankfurter Stadtviertel als Arzt praktiziert. In dem Kreis um den charismatisch begabten Frankfurter Rabbiner Nobel sucht er nach einer jüdischen Lebensform, die sozialistisches Ideal und religiöse Bindung miteinander zu verknüpfen in der Lage ist. Mit seiner aus frommer Königsberger Familie stammenden Frau Golde führt er jahrelang einen jüdisch-gesetzestreuen Haushalt.

Löwenthal studiert, mit philosophischem Schwerpunkt, in Gießen, Frankfurt und Heidelberg. In Frankfurt tritt er 1927 in den Schuldienst, seit 1928 unterrichtet er auch an der Frankfurter Volkshochschule. Bereits seit 1925 arbeitet er nebenberuflich für das Frankfurter Institut für Sozialforschung und seit 1930 ist er fest mit dem Schicksal des Instituts verbunden. Über eine kurze Zwischenphase in der Schweiz setzt das Institut bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland seine Tätigkeit in New York fort. Wie schon in Frankfurt gilt Löwenthals Hauptarbeit der Zeitschrift für Sozialforschung, die noch bis 1938 in deutscher und danach mit neuem Titel in englischer Sprache erscheint.

1949 wird Löwenthal Direktor der Forschungsabteilung des weltweit arbeitenden Senders Voice of America, seit 1955 ist er bis zu seiner Emeritierung Professor für Soziologie an der Universität Berkeley in Kalifornien, wo er bis zu seinem Tode 1993 lebt.

Löwenthals wissenschaftliche Bedeutung liegt in der jungen Disziplin der Literatursoziologie. Früh schon untersucht er die gesellschaftliche Bedingtheit der Rezeption bestimmter Autoren, die ideologischen Positionen einzelner Schriftsteller und die sozialen Verschiebungen in der Geschichte einzelner Literaturgattungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wendet er sich, als Ergebnis seiner Erfahrungen mit den Medien des 20. Jahrhunderts, verstärkt der Massenkommunikationsforschung zu.

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zuletzt geändert am 27. März 2015

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