Bosko's und Döbler's Zauberkünste oder: natürliche Magie und Taschenspielerkunst für Dilettanten und zur angenehmen Unterhaltung für Gesellschaftskreise / von Comte nach dem Franz. bearb. - 3. Aufl. Quedlinburg [u. a.] : Basse, 1839. - VIII, 192 S., 3 Falttaf.
Signatur: 18/24746 | Online-Ausgabe
Hier kommt allerlei Magisches zusammen, an erster Stelle natürlich die beiden „Zauberer“ im Titel des Werkes, das ein weiterer Könner der Zauberkunst, kompilierte: Louis Christin Emmanuel Apollinaire Comte (1788-1859) trat selbst als Magier auf, und war angeblich der erste, der ein weißes Kaninchen aus dem Hut „zauberte“.
Bartolomeo Bosco (1793-1863), gebürtiger Piemontese, der in Dresden seine späte Heimat fand, galt als einer der berühmtesten Zauberkünstler seiner Zeit. Der große Houdini soll Geld gestiftet haben, um das Grab Boscos auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden pflegen zu lassen, eine Aufgabe, die heute der Magische Zirkel Dresden versieht, der sich Bosco zum Namenspatron gewählt hat.
Ludwig Döbler (1801-1864) war ein österreichischer Zauberkünstler, gleichfalls zu Lebzeiten ein berühmter Vertreter seiner Zunft. Für seine Tricks nutzte er seine profunden naturwissenschaftlichen Kenntnisse, so auch im vorliegenden Band. Dieser enthält eine Fülle detaillierter Erklärungen (in blumigen Betitelungen verpackt) zum Einstudieren verblüffender Kunst- und Kabinettstückchen, die bei geselligen Anlässen vorgeführt werden konnten. Nicht alles eignet sich unbedingt „für Dilettanten“, das Experimentieren mit phosporhaltigem Alkohol, um zu bewirken, „daß das Gesicht im Dunklen leuchte“ (S. 41), sollte man vielleicht nicht unbedingt im Selbstversuch ausprobieren.
Warum man Zaubertrickserei bis weit ins 18. Jahrhundert (und auch noch 1839) als „Taschenspielerkunst“ bezeichnete, wird mit einer anderen Paradenummer Boscos, dem „Becherspiel“, deutlich, heutzutage noch von Hütchenspieler in aller Welt auf nicht legale Weise transformiert und praktiziert.
Das Buch steht im Übrigen in der Tradition vieler ähnlicher Publikationen, die ab ca. 1830 auf den Buchmarkt gebracht wurden.