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Afrika südlich der Sahara - Geschichte der Sammlung vor 1964

Signatur: S 17/2701

Altbestand der Stadtbibliothek

Bereits vor Übernahme des Sondersammelgebietes befand sich in Frankfurt eine traditionsreiche Afrika-Sammlung. Das erste größere Legat der orientalisch-afrikanischen Sammlung verdankt die damalige Stadtbibliothek dem Begründer der äthiopischen Studien Hiob Ludolf (1624-1704). Durch die Freundschaft mit dem gelehrten Äthiopier Abba Gregorius (ca. 1600 - 1658) war er in der Lage, viele offene Fragen zu Sprache und Kultur Äthiopiens zu klären. Zwischen 1661 und 1701 erschienen eine Reihe bedeutender Werke Ludolfs, die für seine Zeit als vorbildlich gelten konnten und bis heute unschätzbare Quellen zur Geschichte, Kultur und Sprachen Äthiopiens geblieben sind. Besonders berühmt ist die "Historia Aethiopica" (1681) und der "Commentarius ad suam historiam aethiopicam" (1691), darin legte er das gesamte ihm zugängliche Wissen über Äthiopien nieder. Der Begründer der europäischen Afrikanistik hat die erste Grammatik des Altäthiopischen (Ge'ez) verfasst, das dem Latein vergleichbar bis in die jüngere Zeit die klassische Literatur- und Kirchensprache des christlichen Äthiopiens war.

Äthiopische Handschriften

Eine wertvolle äthiopische Handschriftensammlung wurde der Bibliothek durch den Naturforscher Eduard Rüppell (1794-1884) übereignet. Unter den zum Teil illuminierten Handschriften finden sich ein Meisterwerk der äthiopischen Malerei aus dem 17. Jahrhundert sowie mehreren Chroniken zur abessinischen Geschichte. Die Beschreibung seiner gefahrvollen Reise nach Äthiopien (1831-1833) gehört zu den klassischen Büchern der Kulturgeschichte Nordostafrikas.
Äthiopische Handschriften in den Digitalen Sammlungen

Universitätsgründung

Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Stadtbibliothek die Bibliothek für die 1914 gegründete Universität und deren Vorgängerin, die "Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften". Neben den volkswirtschaftlichen und juristischen Fächern sollte auch die Kolonialpolitik durch den Kauf zeitgenössischer Forschungs- und Expeditionsberichte intensiv ausgebaut werden.

Bibliothek der Deutschen Kolonialgesellschaft

Zu Afrika gab es zu dieser Zeit aber keine Spezialsammlung. Dies änderte der Zweite Weltkrieg. Quasi als Entschädigung für die sehr umfangreichen Kriegsverluste gelangten neue, geschlossene Bestände in die Bibliothek.

Die Amerikaner übergaben der Bibliothek die so genannte Kolonialbibliothek. Sie bestand aus rund 15.000 Monographien und ebenso vielen Zeitschriftenbänden. Ihre Ursprünge lagen in der Bibliothek der 1887 gegründeten Deutschen Kolonialgesellschaft.
Deren Bestände gingen in das 1907 eingerichtete Reichskolonialamt ein, das seit dieser Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkrieges als oberste Behörde die deutschen Schutzgebiete verwaltete. Die Kolonialbibliothek bietet in dieser Größenordnung zusammen mit einer historischen Bildsammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft unschätzbares Quellenmaterial, besonders für Afrika in der Zeit der Kolonisation.

SAMMLUNG




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zuletzt geändert am 22. November 2016

Kontakt

Dr. Aïsha Othman
Spezialsammlung Afrika
Tel: 069/ 798-39246
a.othman@ub.uni-frankfurt.de slg-afrika@ub.uni-frankfurt.de

Lesesaal Spezialsammlungen
Mo. - Fr. 10.00 - 20.00 Uhr
Tel.: 069/ 798-39398
ls-spezialsammlungen@ub.uni-frankfurt.de

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