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Judaica Europeana

10 Institutionen in Frankfurt, London, Athen, Bologna, Budapest, Paris, Rom und Warschau arbeiten Hand in Hand und bieten weltweit einen Zugang zu den jüdischen Kulturgütern Europas an.

Judaica Europeana, ein bahnbrechendes digitales Projekt, hat von dem eContentplus Programm der Europäischen Kommission eine substantielle Förderung erhalten, um im Rahmen von Europeana - dem Online-Netzwerk der Archive, Bibliotheken und Museen Europas - einen multilingualen Zugriff auf Sammlungen der Jüdischen Kultur zu ermöglichen. Es zählt zu den wenigen themenorientierten Projekten, die von der EU für Europeana mitfinanziert werden.


Europeana ist das Vorzeigeprojekt der Europäischen Kommission, das einen zentralen Zugriff auf Millionen digitaler Objekte bietet, die sich in Europas Museen, Bibliotheken und Archiven befinden. Eine multilinguale Suchmaschine ermöglicht dem Nutzer, die über den Kontinent verstreuten kulturellen und wissenschaftlichen Ressourcen aufzuspüren, zu sichten und zu vergleichen.

Zur Gruppe der Judaica Europeana Partner unter der Leitung der Judaica Sammlung der Universitätsbibliothek der Goethe Universität Frankfurt und der European Association for Jewish Culture in London gehören die Alliance Israelite Universelle in Kooperation mit dem Paris Jiddisch Zentrum-Medem Bibliothek, die British Library (London), das Ungarische Jüdische Archiv (Budapest), das Jüdische Museum Griechenland (Athen), das Italienische Ministerium für Kulturerbe (MIBAC, Rom), das Jüdische Historische Institut (Warschau), das Jüdische Museum London und Amitie (Zentrum für Forschung und Innovation, Bologna). Das Zionistische Zentralarchiv (Jerusalem) und Makash (Zentrum für ICT Anwendungen in Erziehung, Kultur und Wissenschaft, Jerusalem) sind assoziierte Partner. Weitere assoziierte Partner sind zur Mitarbeit aufgerufen.

Judaica Europeana wird den Beitrag der Juden zu den europäischen Städten dokumentieren
Juden sind die älteste Minderheit in Europa und jüdische Inschriften in Griechenland reichen bis ins 3. Jh. B.C. zurück. Die Präsenz von Juden über die Jahrhunderte hat die Entwicklung der europäischen Städte wesentlich mitgeprägt. Das East End in London und das Belleville Viertel in Paris waren zu Beginn des 20sten Jahrhunderts pulsierende jüdische Viertel mit jüdischen Geschäften, Cafes, Schulen, Bibliotheken und Synagogen. 1939 waren ein Drittel der Bevölkerung von Warschau Juden. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde im Hafen von Saloniki am höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, nicht gearbeitet. Die jiddische und jüdisch-spanische Presse hatte hohe Auflagen und wurde in vielen europäischen Städten gelesen.

Die Spezialisierung auf bestimmten Berufssparten hat zur Identifikation der Juden mit bestimmten Strassen, Gebäuden und Vierteln in ganz Europa geführt. Juden hatten erheblichen Anteil an der Entwicklung des Handels, in der Mehrzahl Besitzer von kleinen Läden waren einige Pioniere bei der Gründung von Warenhäusern. Als Mediziner, Anwälte und im kulturellen Bereich spielten sie eine bedeutende Rolle. Sie waren Intellektuelle, Künstler, Musiker, Schriftsteller und Journalisten sowie Besitzer von Zeitungs- und Buchverlagen. Ein lebendiges jüdisches Gemeindeleben fand seinen Ausdruck in religiöser Observanz, Erziehung, gegenseitiger Unterstützung, Politik, Theater, Musik und Publizistik zum Ausdruck. Durch den Holocaust wurde die jüdische Welt, wie sie vor dem Zweiten Weltkrieg bestanden hatte, zum Großteil vernichtet, aber in vielen europäischen Städten existiert heute wieder ein lebendiges jüdisches Leben und in den letzten Jahrzehnten wird ein erneutes Interesse an der jüdischen Kultur in Europa deutlich.

Die Vielfalt jüdischer Kultur findet ihren Ausdruck in Hunderttausenden von Objekten, die in vielen Sammlungen verstreut sind: Dokumente, Bücher, Handschriften, Zeitschriften, Tonaufzeichnungen, Bilder, Photographien, Postkarten, Plakate und Filme sowie in Gebäuden, Bauwerken und Friedhöfen in ganz Europa.

Judaica Europeana wird mit der Digitalisierung von Millionen von Seiten sowie Tausenden von Objekten beginnen, die aus den Sammlungen der Partner Bibliotheken, Archive und Museen stammen. Im nächsten Schritt werden dann weitere digitale Sammlungen zu den Juden in europäischen Städten - wo immer sie auch zu finden sind - eingebunden. »Jüdische Kultur beruhte überwiegend auf schriftlichen Quellen; die Integration von so viel audio-visuellem Material wie möglich stellt für uns deshalb eine besondere Herausforderung dar« sagte Lena Stanley Clamp, die Projektleiterin und Direktorin der European Association for Jewish Culture.

Judaica Europeana wird verschiedene Zielgruppen in Europa und weltweit ansprechen
Zu den Zielgruppen der Judaica Europeana gehören Dozenten und Studenten an Universitäten und Schulen, Fachleute für das kulturelle Erbe, kulturbegeisterte Touristen ebenso wie die allgemeine Öffentlichkeit - in der Tat jeder, der an der Geschichte der europäischen Städte oder der jüdischen Kultur Interesse hat.

Judaice Europeana wird Präsentationen und workshops in Universitäten abhalten, um die Nutzung der Judaica Europeana Archive zu stärken. Die Partner Institutionen werden Lehrpersonal und Schüler beteiligen und sie dabei unterstützen, Schulprojekte - und Unterrichtseinheiten zu entwickeln. Ebenso werden virtuelle Ausstellungen zu jüdischen Themen erstellt.

»Dies ist eine großartige Gelegenheit für kulturwissenschaftliche Einrichtungen die jüdische Kultur Europas international zu fördern und die Forschung voranzutreiben«, sagte Dr. Rachel Heuberger, Leiterin der Judaica Sammlung der Universitätsbibliothek der Goethe Universität in Frankfurt/Main, der größten Judaica und Hebraica Sammlung in Deutschland.

Ansprechpartnerin:

Dr. Rachel Heuberger
Universitätsbibliothek Frankfurt am Main
Bockenheimer Landstr. 134-138
60325 Frankfurt
Tel: +49 (0)69 798-39665
E-Mail: r.heuberger@ub.uni-frankfurt.de

Weitere Informationen zu Judaica Europeana

 

Die Partner der Judaica Europeana:       Associate Partners:
European Association for Jewish Culture, London
www.jewishcultureineurope.org
  Hungarian Jewish Archives, Budapest
www.milev.hu
  Paris Yiddish Centre - Medem Library
www.yiddishweb.com
Judaica Sammlung, Universitätsbibliothek der Goethe-Universität, Frankfurt am Main
www.ub.uni-frankfurt.de/judaica/
  Jewish Museum of Greece, Athens
www.jewishmuseum.gr/
  Central Zionist Archives, Jerusalem
www.zionistarchives.org.il
Alliance Israélite Universelle, Paris
www.aiu.org/bibli
  Jewish Museum London
www.jewishmuseum.org.uk
  MAKASH, Centre for ICT applications in education, culture and science, Jerusalem
www.ist-world.org
Amitié, Bologna
www.amitie.it
  Ministero per I Beni e le Attività Culturali /
Ministry of Cultural Heritage, Rome www.beniculturali.it/mibac
     
The British Library, London
www.bl.uk
  Jewish Historical Institute, Warsaw www.jewishinstitute.org.pl      
           
         
        Weitere Informationen zur Europeana unter:
www.group.europeana.eu
         

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zuletzt geändert am 27. März 2015

Kontakt

Dr. Rachel Heuberger
Tel: 069/ 798-39665
r.heuberger@ub.uni-frankfurt.de

Maike Strobel
Tel.: 069/ 798-39120
m.strobel@ub.uni-frankfurt.de
slg-judaica@ub.uni-frankfurt.de

Ute Simeon
Digitale Sammlungen Judaica
Tel: 069/ 798-39369
u.simeon@ub.uni-frankfurt.de

Lesesaal Spezialsammlungen
Mo. - Fr. 10.00 - 20.00 Uhr
Tel.: 069/ 798-39398
ls-spezialsammlungen@ub.uni-frankfurt.de

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