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Universitätsbibliothek » Musik- und Theaterabteilung

Musik- und Theatersammlung: Geschichte der Bestände

1. Die Stadtbibliothek (kirchliche Musikhandschriften und Opernsammlung)

Seit ihrer Gründung Ende des 15. Jh. durch die Zusammenlegung einer Privatbibliothek mit der Büchersammlung der Ratskanzlei wuchs die Stadtbibliothek im Laufe der Jahrhunderte durch Übernahmen weiterer Bibliotheken und Buchschenkungen. 1897 nahm sie erstmals eine größere Sammlung von Musikalien auf: die rund 1750 kirchlichen Musikhandschriften und -drucke (17./18. Jh.) aus den Archiven des "Allgemeinen Almosenkastens" und des "Weißfrauen- und Katharinenstifts".

1904 wurde vor dem Abbruch des alten Schauspielhauses der Bestand der älteren Theaterbibliothek (494 Einheiten Opernmaterial) in die Stadtbibliothek überführt. 1924 kam weiteres Opernmaterial (274 Einheiten) von den Städtischen Bühnen dazu. 1984 wurden 168 Einheiten Oper; 330 Einheiten Orchestermusik; 132 Einheiten Schauspielmusik und 20 Einheiten Ballettmusik von den Städtischen Bühnen übernommen.

2. Die Rothschildsche Bibliothek (Denkmälerreihen, Gesamtausgaben, Literatur zu Musik und Theater von ca. 1890 bis 1940)

Hannah-Louise von Rothschild gründete 1888 eine öffentliche, privat finanzierte Bibliothek, die gleichermaßen der Wissenschaft und der Volksbildung dienen sollte. Den Grundbestand bildeten mehrere Privatbibliotheken der Familie Rothschild. Bei der Gründung galten die Bereiche Musik und Theater als Spezialfächer neben der Kunstgeschichte; Schwerpunkte waren die neueren europäischen Sprachen und Literaturen. Dr. Christian Berghoeffer (1859-1938) wurde zum leitenden Bibliothekar berufen.

Berghoeffer erwarb für das Fach Musik bevorzugt Quellenpublikationen und Denkmälerreihen (DDT, DTÖ, PäM) und Gesamtausgaben (Orlando di Lasso, Händel, Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Mendelssohn, Loewe), die Privatpersonen sich nur ausnahmsweise kaufen konnten.

Wegen der Inflation Ende der zwanziger Jahre reichte das Stiftungsvermögen nicht mehr für die Finanzierung der Bibliothek aus. Sie ging in den Besitz der Stadt Frankfurt über. Seit 1928 wurden daher die Sammelgebiete Musik und Theater verstärkt in Abstimmung mit der Stadtbibliothek gepflegt.

3. Manskopfsches Musikhistorisches Museum (Briefautographen, Porträts, museale Gegenstände)

Der Frankfurter Weinhändler Friedrich Nicolas Manskopf (1869-1928) hatte schon als Schüler in Frankfurt und später während seiner Auslandsaufenthalte (1887-88 Lyon, 1889-90 London, 1891-93 Paris) begonnen, Erinnerungsstücke von Musikern und Schauspielern zu sammeln: Autogramme und Briefe, gedruckte Porträts, Karikaturen und Fotos, Theaterzettel, Konzertprogramme, Plakate und Kuriositäten wie die Wasserkanne aus dem Besitz Beethovens, mit der dieser sich angeblich nach dem Klavierspiel die Hände zu kühlen pflegte, oder ein Regenschirm von Franz Liszt. 1892 umfasste die Sammlung 15000, zwei Jahre später bereits 30000 Stücke.

Als Manskopf 1893 nach Frankfurt zurückkehrte, richtete er in seinem eigenen Haus (Untermainkai 27) ein privates Museum ein. Er veranstaltete Ausstellungen zu einzelnen Musikern bzw. Themen und lieferte Leihgaben für fremde Musik- und Theaterausstellungen.

Nach seinem Tod im Juli 1928 schenkten seine Erben die bedeutende Sammlung der Stadt Frankfurt, die sie an die Rothschild-Bibliothek angliederte.

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zuletzt geändert am 27. März 2015

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